Energieeffizienz ist sinnvoll und machbar
Die Grösse der zu erwartenden Stromversorgungslücke wird nicht zuletzt durch den Verbrauch definiert. Die EU geht davon aus, dass bis zum Jahr 2020 Einsparungen aller Energieformen von rund 20 Prozent erzielt werden können – ohne Komforteinbussen oder Änderung der Lebensgewohnheiten.
Damit eine substanzielle Verbesserung der Energieeffizienz erreicht werden kann, dürfen die einzelnen Energiearten nicht isoliert betrachtet werden. Gesteigerte Energieeffizienz ist nämlich oft mit Substitutionseffekten verbunden, bei denen eine Energieform durch eine andere ersetzt wird (Beispiel: Ersatz von Ölheizungen durch Wärmepumpen).
Dabei kommt es bei einer Einsparung der Gesamtenergiemenge vielfach zu einem absoluten Mehrverbrauch von Strom. Energiesparen führt also im Allgemeinen zu einem grösseren Stromverbrauch.
Bundesstudie «Energieperspektiven 2035»
Das bestätigen auch die Ergebnisse der Bundesstudie «Energieperspektiven 2035». Sie zeigt, dass der Stromverbrauch bei allen aufgezeigten Szenarien höher ausfällt, wenn die Energieeffizienz forciert wird. Strom ist die zentrale Energieform, die Energieeffizienz erst möglich macht.
Die Bundesstudie «Energieperspektiven 2035» können Sie hier herunterladen:
«Energieperspektiven 2035»
Schwerpunkte von EnergieSchweiz
EnergieSchweiz ist die Plattform, die alle Aktivitäten im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz unter einem Dach vereinigt. Dabei soll unter Einbezug der wichtigsten Marktakteure eine möglichst hohe Wirkung erzielt werden.
Das Programm von EnergieSchweiz fokussiert sich auf fünf Schwerpunkte:
- Gebäudemodernisierung
- Erneuerbare Energien
- Energieeffiziente Geräte und Motoren
- Rationelle Energie- und Abwärmenutzung
- Energieeffiziente Mobilität
Ziele wurden trotz Erfolgen nicht erreicht
EnergieSchweiz (das Nachfolgeprogramm von Energie 2000) sollte unter anderem den Stromverbrauchsanstieg zwischen 2000 und 2010 auf total 5 Prozent beschränken. Im Jahr 2008 betrug der Anstieg jedoch bereits mehr als das Doppelte, nämlich 10,6 Prozent.
Zwei Aspekte gehen in der Diskussion um die Energieeffizienz oft vergessen: Erstens erfordert Energieeffizienz oft beträchtliche Investitionen. Somit wird erst im normalen Reinvestitionszyklus auch in Energieeffizienz investiert. Im Gebäudebereich, wo ein grosses Energiesparpotenzial vorhanden ist, liegt der Reinvestitionszyklus bei über 30 Jahren. Zweitens müssen sich die Gewohnheiten der Menschen verändern. Dies ist oft ein träger und langwieriger Prozess.
Maximum pro investierten Franken erreichen
Energieeffizienz ist sinnvoll und machbar. Anreize für Investitionen in Energieeffizienzmassnahmen können vielfach staatliche Gebote und Verbote sowie Subventionen sein. Dabei gilt es, ausschliesslich jene Massnahmen umzusetzen, bei denen Aufwand und Ertrag in einem positiven Verhältnis zueinander stehen.
Die Politik muss die richtigen Rahmenbedingungen definieren, damit pro investierten Franken ein Maximum an Energieeffizienz erreicht wird.

