Verkabelung
Übertragung im Freien oder unter der Erde?
Der Strom wird mittels Freileitungen bzw. Kabelleitungen übertragen, also über bzw. unter dem Erdboden. Freileitungen sind für hohe Spannungen die wesentlich günstigere Variante. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass sich ein Defekt viel rascher lokalisieren und beheben lässt. Allerdings ist die Störanfälligkeit durch Wetterphänomene wie Blitz und Sturm bei Freileitungen deutlich höher. Das hat aber wegen des ringförmigen Netzbetriebs für die Kunden keine Konsequenzen.
Kabelleitungen sind im Vergleich dazu besser gegen äussere Einflüsse geschützt. Sind jedoch Reparaturen erforderlich, werden sie aufwändiger und nehmen mehr Zeit in Anspruch.
Welche Technik in welchem Fall zum Einsatz kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Je tiefer die Spannung, desto häufiger werden Kabelleitungen verwendet. Das Nieder- und Mittelspannungsnetz besteht zu rund 80 Prozent aus unterirdisch verlegten Kabeln. Beim Höchstspannungsnetz befindet sich hingegen nur etwa 1 Prozent unter dem Boden.
Grund dafür sind nicht nur die massiv höheren Kosten der Kabelleitungen, die für weite Transportwege kaum bezahlbar wären: Auf der höchsten Spannungsebene benötigen Kabelleitungen technisch aufwändige Zusatzeinrichtungen.
Der Aspekt des Landschaftsschutzes wird bei der Wahl der richtigen Leitungsart immer bedeutender. Es braucht stets einen Kompromiss zwischen den Wünschen der Bevölkerung, die sich durch Strommasten gestört fühlt, und wirtschaftlich-technischen Anforderungen.
Für den Transport von grösseren Strommengen sind Freileitungen auch in Zukunft unverzichtbar. Die Feinverteilung auf den unteren Spannungsebenen wird in der Schweiz allerdings mehr und mehr unterirdisch verkabelt.

