Uferunterhalt beim Kraftwerk Rüchlig in Aarau
Kinderstube für Jungfische und freie Sicht auf die Aare
Im Oberwasser des NOK-Kraftwerkes Rüchlig in Aarau werden Ende Januar wieder einige ausgewählte Bäume gefällt. Einzelne kommen als sogenannte Raubäume ins Wasser zu liegen und bilden neue Rückzugsräume für Jungfische. Die Fällaktion ist mit allen interessierten Kreisen intensiv vorbereitet worden.
NOK. Wasser ist Lebensraum für Fische, Kleintiere, Vögel – und Menschen. Dieser nutzt die Gewässer nicht nur als Erholungsraum, sondern wie im Falle der Kraftwerke auch zur Stromproduktion. Das Kraftwerk Rüchlig mitten in Aarau produziert seit über 100 Jahren wertvolle, saubere und vielfältig einsetzbare Energie für unseren Alltag. Entlang der befestigten Uferstrecken entwickelte sich ein mächtiger Baumbestand, den es immer wieder zu lichten und zu verjüngen gilt, soll er die befestigten Uferböschungen nicht beeinträchtigen.
Seit drei Jahren lichten die Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK) die teils überalterte Uferbestockung gezielt aus. Dabei gilt es den Interessen aller Anspruchsgruppen gerecht zu werden. Beim Kraftwerk Rüchlig haben
- die Sektion Jagd und Fischerei des Kantons Aargau,
- die Abteilung Wasserbau des Kantons Aargau,
- die Umweltfachstelle am Stadtbauamt Aarau,
- die Arbeitsgruppe Natur und Umwelt der Region Aarau
- der Vogelschutzverein Aarau
und die NOK die diesjährigen Fällarbeiten gemeinsam vorbereitet.
Im Rahmen der Aargauer Aktion «Mehr Holz beim Gewässerunterhalt» werden an zwei Stellen einige Bäume ins Wasser gefällt und dort mit Sisalseilen verankert. Es entsteht ein idealer Raum zum Laichen und ein geschützter Lebensraum für Jungfische. Die Äste über Wasser dienen Wasservögeln als Nist- und Sitzplätze. Auch die Fischer wissen die Umgebung der sogenannten Raubäume zu schätzen, dürfen sie doch dort auf reiche Fänge hoffen. Die 1998 lancierte Aktion an Rhein, Aare, Reuss und Limmat berücksichtigt sowohl Aspekte der Sicherheit wie der Ökologie an den Ufern und den ufernahen Wasserzonen. Das Raubaumprojekt des Kantons Aargau wird durch einen externen Fachmann seit Jahren erfolgreich begleitet.
Entlang des Philosophenwegs und auf der Zurlindeninsel müssen einzelne Bäume aus Sicherheitsgründen entfernt werden. Sie stellen wegen Überalterung eine Gefahr für die Fussgänger dar. Ein Sturm könnte die teils weit übers Wasser reichenden Bäume umstürzen und dadurch den Blockversatz entlang der Ufer beschädigen.
Die Zurlindeninsel erfährt durch das Aarauer Stadtbauamt über mehrere Jahre hin eine sanfte Aufwertung. Dieser Naherholungsraum par excellence mitten in Aarau wird dadurch an Attraktivität und ökologischem Wert gewinnen. Ein weiterer Schritt in diese Richtung wird jetzt mit dem Öffnen eines Fensters im alten Baumbestand getan. Damit soll die im Sommer grüne Wand auf rund zehn Metern durchbrochen und die Sicht auf Aare und Stadt wieder frei werden. Dazu werden vier Bäume ins Wasser gefällt und dort als Raubäume verankert.
Das gefällte und zugerichtete Holz kann übrigens von den Anwohnern gratis abgeholt werden.
Raubäume: Beispiele aus Reuss und Rhein
Reuss: Schneider. Eine gefährdete Fischart, die im Aargau noch häufig anzutreffen ist.
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| Urs Fischer, Aktion "Mehr Holz beim Gewässerunterhalt" | 194 kB | |
| Medienmitteilung | 20 kB | |





