Beznau bereit für neue Betriebsperiode
Block 1 des Kernkraftwerks Beznau (KKB) nimmt nach knapp einmonatiger Abstellung für Revision und Brennelementwechsel den Betrieb ab Dienstag wieder auf. Mit der Erneuerung der ISO-Zertifizierung sind die nötigen Voraussetzungen für die sichere Stromproduktion auch auf organisatorisch-führungsmässiger Ebene weiterentwickelt worden.
Das Schwergewicht der Prüfarbeiten während der rund vier Wochen dauernden Abstellung galt den Hauptkomponenten des nuklearen Teils. Speziell wurden der Deckel des Reaktordruckbehälters und dessen Durchführungen sowie die Wellendichtung einer Reaktorhauptpumpe einer intensiven Inspektion unterzogen und die Wärmetauscher-Rohre der Dampferzeuger mittels Wirbelstromverfahren geprüft. Bei beiden Reaktorhauptpumpen wurden die Hochspannungskabel erneuert.
Für das bevorstehende Produktionsjahr wurde der Reaktorkern mit 20 neuen Uran-Brennelementen, 4 neuen MOX-Brennelementen (Mischoxid) sowie 97 bereits früher eingesetzten Brennelementen beladen.
Zentrale Arbeiten im Dampfkreislauf waren die Grossrevisionen einer Hochdruckturbine, eines Generators und einer Speisewasserpumpe. Ausserdem galt es, das Schmieröl und das Regelöl einer Turbinengruppe auszutauschen und ein 6-kV-Kabel zu ersetzen. – Zu Beginn der Revisionsarbeiten wurde nach Entfernen der Wärmeschutz-Isolation von Rohrleitungen an drei Orten Asbestgewebe festgestellt. Es handelt sich in allen Fällen um Asbestgewebestreifen von wenigen Quadratdezimetern Fläche. Sie waren bei der Erstmontage der Anlage als Unterlage bei fixen Rohrbefestigungen angebracht worden. Zur Absicherung der korrekten Vorgehensweise beim Umgang mit diesen Gewebestreifen wurde unverzüglich eine für die Handhabung von Asbest spezialisierte Firma beigezogen.
Die eigene Belegschaft von 500 Mitarbeitenden wurde tage- und wochenweise durch über 400 Fachkräfte von Drittfirmen unterstützt. Die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) führte eine Vielzahl von Inspektionen durch. Die sorgfältige Durchführung der Revisionen, Inspektionen, Kontrollen und Tests steht im Dienste der Sicherheit und der schonungsvollen kontinuierlichen Stromerzeugung in der bevorstehenden 35. Betriebsperiode. Alle Untersuchungen zeigten den ordnungsgemässen Zustand der Anlagen. Auch das Wiederanfahren wird von umfangreichen Prüfungen begleitet. In diesem Zusammenhang kommt es im Verlaufe der ersten Juliwoche zu sichtbaren Abgaben von Dampf aus dem nicht nuklearen Teil der Anlage.
Die noch vor der Jahresabstellung in der NOK-Division Kernenergie erfolgte Überprüfung des Integrierten Managementsystems (IMS) erzielte erfreuliche Resultate. Der abschliessende Bericht hält fest, dass die praktizierten betrieblichen Managementsysteme alle Forderungen der internationalen Standards - ISO 9001:2000, 14001:2004 sowie OHSAS 18001 - erfüllen. Die Zertifizierungsstelle bescheinigte, dass das Managementsystem laufend aktualisiert und angewendet wird.
Weitere Auskünfte: J. Schib, Unternehmenskommunikation Axpo Holding AG
056/266 70 85
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