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EGL: Unternehmensergebnis unbefriedigend

16.12.2010 - Mit CHF 25.3 Mio. erzielte die EGL Gruppe im Geschäftsjahr 2009/10 ein deutlich tieferes Unternehmensergebnis gegenüber dem Vorjahr (CHF 186.7 Mio.). Gründe dafür sind die tiefere Bruttomarge, bedingt durch ein schwieriges Marktumfeld, den gegenüber dem Schweizer Franken tiefen Euro und den Ausfall des KKW Bugey sowie die Ausstiegskosten aus dem Kraftwerksprojekt Energy Plus. Dank positiver Geschäftsentwicklung im vierten Quartal konnte das prognostizierte negative Unternehmensergebnis verhindert werden. Eine stärkere Fokussierung der Strategieumsetzung und Kostensenkungsmassnahmen sichern eine nachhaltige Profitabilität.

Die Bruttomarge reduzierte sich von CHF 810.4 Mio. auf CHF 648.8 (-20%). Gründe dafür sind der Ausfall des französischen KKW Bugey, der gegenüber dem Schweizer Franken schwache Euro und das schwierige Umfeld in den Energiemärkten Europas. Letzteres ist nicht nur durch die wirtschaftlichen Veränderungen beeinflusst, sondern auch durch zunehmende regulatorische Eingriffe einem fundamentalen Wandel unterworfen.

Auf der Aufwandseite nahm der übrige Betriebsaufwand um 8 Prozent auf CHF 252.7 Mio. zu. Ein wesentlicher Grund hierfür waren die Abschlusskosten wegen des nicht möglichen Verkaufs des Kraftwerksprojekts Energy Plus in der Höhe von CHF 47.2 Mio. Aufgrund des Personalaufbaus im ersten Halbjahr stiegen zudem die Personalkosten um 8 Prozent auf CHF 162.3 Mio. In der zweiten Jahreshälfte wurden aufgrund der unbefriedigenden Ertragssituation 50 Stellen abgebaut. Dieser Einspareffekt wird erst im laufenden Geschäftsjahr 2010/11 spürbar.

Die EGL Gruppe konnte den operativen Cash Flow von CHF 111.9 Mio. im Vergleich zum Unternehmensergebnis auf gutem Niveau halten. Mit 43,1 Prozent ist das Gearing (Verschuldungsgrad) ebenfalls auf gutem Niveau.

Energy Trading & Origination: Anspruchsvolles Marktumfeld

Die Energiehandelsmärkte standen weiterhin unter dem Einfluss der Wirtschaftskrise. Die Nachfrage nach Strom lag in den für die EGL wichtigsten Märkten um 5 bis 10 Prozent unter dem Vorjahreswert. In einem schwierigen Marktumfeld agierte die EGL im Handelsgeschäft insgesamt weniger erfolgreich als im Vorjahr. Sie erzielte zwar eine solide Bruttomarge in lokalen Währungen. Jedoch führten der schwache Euro und hohe operative Aufwände zu einem deutlich tieferen betrieblichen Ergebnis von CHF 110.6 Mio. (-56,2%).

Assets: Konzentration auf ausgesuchte Projekte

Die Ausstiegskosten für das Kraftwerksprojekt Energy Plus und der Ausfall des Blocks 3 des KKW Bugey belasteten das sonst gute Ergebnis des Geschäftsbereiches Assets. Alle anderen EGL Kraftwerke produzierten zuverlässig und konnten erfolgreich in den Energiehandel der EGL integriert werden. Zudem investierte die EGL in das Windparkprojekt Global Tech I in der deutschen Nordsee und beteiligte sich am Windpark La Peñuca in Spanien. Für das Seekabelprojekt NorGer zwischen Norwegen und Deutschland konnte der norwegische Netzbetreiber Statnett als neuer Partner gefunden werden. Im Oktober 2010 nahm zudem das Gas-Kombikraftwerk SE Ferrara (EGL Anteil 49%) den vollen kommerziellen Betrieb in Italien auf. Der Geschäftsbereich Assets schloss mit einem betrieblichen Ergebnis von CHF 107.5 Mio. (-41,6%) ab.

Gas Supply & SEE: Angebotsüberhang und tiefe Nachfrage belasten Erdgasgeschäft

Ein Überangebot, gepaart mit sinkender Nachfrage, führte zu einer Entkopplung von Öl- und Erdgaspreisen und zu teilweise negativen Vertriebsmargen. Die EGL konnte inzwischen verbesserte Einkaufsbedingungen mit Produzenten aushandeln. Im Juli 2010 trat E.ON Ruhrgas dem Erdgasleitungsprojekt der Trans Adriatic Pipeline (TAP) bei. Der Geschäftsbereich Gas Supply & SEE schloss mit einem gegenüber dem Vorjahr verbesserten betrieblichen Ergebnis von CHF -37.2 Mio. (+20%) ab.

Netzbewertung und EU-Stromabkommen: Entscheide offen

Noch ausstehend ist die definitive Bewertung des EGL Übertragungsnetzes in der Schweiz, die massgebend für die Festlegung der anrechenbaren Kosten und des Wertes des Übertragungsnetzes ist. Entsprechende Beschwerden der EGL gegen die zu tiefe Bewertung der ElCom sind beim Bundesverwaltungsgericht noch hängig. Der zweite offene Entscheid betrifft das in Verhandlung befindliche Stromabkommen zwischen der Schweiz und der EU, das unter anderem den Netzzugang für den grenzüberschreitenden Stromhandel zwischen Frankreich und der Schweiz neu regeln soll. Dort muss eine Lösung gefunden werden, welche die Investitionen der EGL schützt.

Kostensenkungsmassnahmen und Strategieumsetzung

Im Geschäftsjahr 2009/10 hat die EGL durch gezieltes Kostenmanagement verschiedene Aufwendungen reduziert. So wurde etwa die Zahl der Mitarbeitenden seit März 2010 deutlich gesenkt. Für den in Dietikon ansässigen Handelshub Zentral- und Osteuropa werden bis Ende 2010 Strukturen und Prozesse im Handel und im Backoffice angepasst. Weitere Kostensenkungen folgen im Geschäftsjahr 2010/11.

Auf strategischer Ebene wird sich die EGL stärker fokussieren. Im Energiehandel konzentriert sich die EGL auf den Ausbau des Kundengeschäfts mit strukturierten Produkten und innovativen Dienstleistungen (sog. Origination). Dieser Bereich bietet gute Wachstumsmöglichkeiten und generiert wiederkehrende, nachhaltige Erträge, welche die volatilen Erträge aus dem Eigenhandel abfedern sollen. Die Weiterentwicklung des Asset-Portfolios erfolgt entsprechend der Ertragsseite und mit reduziertem Tempo. Im Zentrum stehen dabei Projekte, welche die EGL Handelsaktivitäten dank ihrem flexiblen Charakter unterstützen. Im Erdgasbereich wird verstärkt auf einen Mix der Beschaffungsquellen und auf die zur Anwendung kommenden Preisformeln (Öl- oder Spotpreisbindung) geachtet, um eine befriedigende Marge zu erzielen. Mit diesen Massnahmen kann die EGL flexibler auf Veränderungen in den Energiemärkten reagieren, weiterhin attraktive Nischen erfolgreich besetzen und sich bietende Chancen rascher nutzen. "Wir haben die Entwicklungen sorgfältig analysiert und nun die Weichen gestellt. Mit der fokussierten Strategie und den Kostensenkungen erreichen wir eine nachhaltige Profitabilität", sagt Hans Schulz, CEO der EGL Gruppe.

Veränderungen im Verwaltungsrat

Wegen Erreichen der Alterslimite von 65 Jahren stellt sich Benedikt Weibel an der GV am 24. Januar 2011 nicht mehr der Wahl. Der Verwaltungsrat hat in diesem Zusammenhang beschlossen, die Anzahl der Mitglieder auf fünf zu reduzieren. Deshalb tritt auch Hansueli Sallenbach nicht mehr für eine weitere Wahlperiode des Verwaltungsrates an. Die fünf bisherigen Verwaltungsräte Heinz Karrer (Präsident), Rolf Bösch (Vizepräsident), Peter Derendinger sowie Dominik Koechlin und Andrew Walo stellen sich zur Wiederwahl.

Unveränderte Dividende

Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung, eine unveränderte Dividende von CHF 18 pro Aktie auszuschütten.

Ausblick

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die EGL mit einem weiterhin anspruchsvollen Geschäftsumfeld. Eine Prognose ist daher mit hohen Unsicherheiten belastet. Der Start in das aktuelle Geschäftsjahr ist bisher gut verlaufen. Auf der Kostenseite werden sich die bereits eingeleiteten und die geplanten Massnahmen zur Kontensenkung positiv auf das Ergebnis des aktuellen Geschäftsjahres auswirken. Die EGL ist weiterhin solide finanziert.

Weitere Informationen
Media Relations: Tel. +41 44 749 40 10, media.ch@egl.eu
Investor Relations: Tel. +41 44 749 41 01 und investor.ch@egl.eu

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