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Axpo Holding AG: Stromverbrauch steigt - Ergebnis sinkt deutlich

6. Juli 2010 - Die Axpo Holding AG verzeichnete im ersten Geschäftshalbjahr 2009/10 (1. Oktober 2009 - 31. März 2010) mit 35'395 Mio. Kilowattstunden (kWh) einen gegenüber dem Vorjahreswert um 3.3% gestiegenen Energieabsatz. Das operative Ergebnis des Axpo Konzerns ging um 15% auf 416 Mio. CHF (Vorjahr 490 Mio. CHF) zurück. Trotz des Rückgangs hält Axpo an den Investi-tionen zur Sicherung der Stromversorgung in der Schweiz fest.

Das schwierige Marktumfeld hat das erste Semester 2009/10 deutlich geprägt. Das operative Ergebnis des Axpo Konzerns lag im ersten Geschäftshalbjahr mit 416 Mio. CHF 15% unter dem Vorjahreswert (490 Mio. CHF). Massgeblich dafür verantwortlich sind die tieferen Preise auf den internationalen Energiemärkten und die Folgen der neuen Regulierung des Schweizer Strommarktes. Darüber hinaus beeinträchtigten die Abschlusskosten aus dem abgebrochenen Kraftwerksprojekt Energy Plus in Italien und Mehrkosten für die Strombeschaffung aufgrund des Ausfalls des französischen Kernkraftwerkes Bugey das Betriebsergebnis. Die fehlende Strommenge aus Frankreich musste u.a. durch teurere Zukäufe am internationalen Strommarkt ersetzt werden. Das Unternehmensergebnis dagegen erhöhte sich auf 348 Mio. CHF (Vorjahr 218 Mio. CHF), da finanzmarktbedingte Aufwendungen von 410 Mio. CHF das Vorjahr belasteten. Die Gesamtleistung des Axpo Konzerns belief sich per 31. März 2010 auf 3'586 Mio. CHF (-8%).

Im ersten Semester des Geschäftsjahres 2009/10 erzielte Axpo mit 35'395 Mio. kWh einen gegenüber dem Vorjahreswert um 3.3% gestiegenen Energieabsatz. Auch der Versorgungsabsatz im Winterhalbjahr lag in Folge der trockenen und kalten Witterung um 2.5% über dem Vorjahresniveau. Es ist davon auszugehen, dass dieser Anstieg der Stromnachfrage bei weiterhin guter Konjunktur auch im zweiten Geschäftshalbjahr anhält und der letztjährige Rückgang des Stromverbrauchs eine Ausnahme war.

Widerstand gegen Projekte im Bereich neue erneuerbare Energien

Axpo ist die grösste Schweizer Produzentin von neuen erneuerbaren Energien und setzt in der Schweiz vor allem auf Kleinwasserkraft und auf vergärbare und verbrennbare Biomasse. Dabei zeigt sich, dass neue erneuerbare Energien in der Öffentlichkeit nicht nur auf Zustimmung stossen, wenn es um die Realisierung geht. Das von Axpo Holz+Energie AG geplante Holzkraftwerk (HKW) in Würenlingen AG zur Produktion von ökologischem CO2-neutralen Strom sowie Wärme aus der einheimischen, nachwachsenden Ressource Holz wurde aufgrund des Widerstands aus der Bevölkerung Anfang 2010 sistiert. Gegen die an den beiden Standorten Kaiseraugst AG und Bischofszell TG geplanten HKW bildete sich ebenfalls Opposition. In Bischofszell wurde die kommunale Abstimmung für eine Zonenplanänderung von Frühling auf Herbst 2010 verschoben.

Im Bereich Kleinwasserkraft haben die Gemeinden Ftan GR und Ardez GR das Projekt des Wasserkraftwerks Tasna respektive die Konzessionserteilung gut geheissen. Das Projekt verzögert sich aber durch Einsprachen der Umweltverbände um mehrere Monate. In der deutschen Nordsee hat sich die EGL AG mit 24,1% am Projekt für den Bau eines Off-Shore-Windparks mit einer Kapazität von 400 Megawatt (MW) beteiligt.

CKW: Konzessionsverträge sind gültig

Am 16. April 2010 veröffentlichte die Wettbewerbskommission WEKO ein Gutachten, das die Gültigkeit der bereits abgeschlossenen Konzessionsverträge bestätigte. Es stimmten bereits über 80% von 79 Luzerner Gemeinden der Konzessionserneuerung zu. Der Widerspruch des alten Konzessionsvertrags zum geltenden Stromversorgungrecht des Bundes bleibt für 14 Gemeinden weiterhin bestehen. Aufgrund der Entbündelung von Netz und Energie durch das neue StromVG müssen die Konzessionsverträge dem Bundesrecht angepasst werden.

Nachhaltigkeit im Fokus

Im Frühling 2010 wurde der zweite Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Mit einer weiteren Umweltdeklaration, dieses Mal für das Laufwasserkraftwerk Wildegg-Brugg, setzt Axpo ihr Bekenntnis zu Nachhaltigkeit und voller Transparenz um. 2009 wurde für die Kompogas-Anlage in Otelfingen ZH eine Lebenszyklusanalyse erarbeitet. Bereits 2008 erhielt das Kernkraftwerk Beznau (KKB) als erstes Kernkraftwerk der Schweiz ein EPD®-Umweltzertifikat. Zurzeit wird diese Ökobilanz aufgrund neuer Erkenntnisse im Stoffkreislauf rezertifiziert. Geplant sind 2012 weitere Zertifizierungen für andere Kraftwerkstypen (Speicherkraftwerke etc.). Mit einem konzernweiten Treibhausgasinventar und einer Vielzahl von ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Massnahmen bekräftigt Axpo ihr Engagement für eine nachhaltige, ökologische und wirtschaftliche Energieproduktion.

Stromlücke gravierender als bisher angenommen

Die Verzögerungen beim Ausbau der neuen erneuerbaren Energien sowie der Wegfall der Option Gas-Kombikraftwerke (aufgrund der CO2-Kompensationsbestimmungen) verschärfen das Problem der absehbaren Stromlücke in der Schweiz. Die am 20. Mai 2010 der Öffentlichkeit vorgestellten neuen Erkenntnisse zu den mittel- und langfristigen Stromperspektiven bestärken Axpo darin, dem Ersatz der Kernkraftwerke Beznau I und II sowie Mühleberg in Zusammenarbeit mit der BKW-FMB Energie AG hohe Priorität einzuräumen. Am 30. Oktober 2009 reichten Axpo und BKW auf den im April 2009 erfolgten Antrag des eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (ENSI) überarbeitete Unterlagen zu ihren Rahmenbewilligungsgesuchen (RBG) beim Bundesamt für Energie (BFE) ein. Am 1. Januar 2011 werden die Kantone vom BFE zur Stellungnahme innert drei Monaten zu den drei vorliegenden RBG aufgefordert werden.

Trotz wirtschaftlich schwierigem Umfeld investiert Axpo weiterhin in Projekte zur Sicherung der Stromversorgung. Bedingt durch den weiteren Ausbau der Geschäftsaktivitäten im In- und Ausland erhöhte sich der durchschnittliche Personalbestand auf 4'354 Vollzeitstellen. Im Vergleich zur Vorjahresperiode schuf Axpo 359 neue Arbeitsplätze.

Aufgrund der weiter anspruchsvollen Rahmenbedingungen im Energiemarkt dürfte es für den Axpo Konzern schwierig werden, selbst das Ergebnis des Geschäftsjahres 2008/09 zu erreichen.

Über das Ergebnis des Geschäftsjahres 2009/10 informiert Axpo anlässlich der Bilanzmedienkonferenz vom 26. Januar 2011.

Weitere Auskünfte unter:
Axpo Holding AG | Corporate Communications
Media Hotline | 0800 44 11 00
Anahid Rickmann | 044 278 41 68

Medienmitteilung Axpo Holding AG, 6. Juli 2010
Medienmitteilung33 kBPDF

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