Linthal 2015: Bauseilbahn 1 nimmt Betrieb auf
23. März 2010
Nach einer Bauzeit von gut zwei Jahren ist die erste von zwei 25-Tonnen-Bauseilbahnen in Betrieb genommen worden. Mit 90 mm weisen die Tragseile einen Weltrekord-Durchmesser auf. Die so genannte Bauseilbahn 1 ist ein wichtiger Teil der Bauinfrastruktur des Projekts Linthal 2015 der Kraftwerke Linth-Limmern AG.
Die Bauseilbahn 1, eine zweispurige Pendelbahn, verbindet seit Anfang des Jahres den Talboden bei Tierfehd und das Kalktrittli auf 1850 m.ü.M. Sie ermöglicht den Transport von Material und Personen vom Talgrund zum Eingangsbereich des Stol-lens, der vom Kalktrittli zum zentralen Bauinstallationsplatz im Ochsenstäfeli beim Stausee Limmernboden führt. Die Bahn überwindet den Höhenunterschied von 1050 m in ca. 6,5 Minuten. Sie wird im Dreischichtbetrieb rund um die Uhr betrieben, wobei pro Tag rund 4 Stunden für Unterhalt und Wartung reserviert sind.
Die Tragseile der Bauseilbahn weisen einen Durchmesser von 90 mm auf, was Weltrekord bedeutet. Damit kann die Bahn im Normalbetrieb Lasten bis 25 Tonnen Gewicht befördern, als Ausnahmelast gar 40 Tonnen. Zu transportieren sind in den kommenden Jahren grosse Materialmengen, beispielsweise Zement und Armierungs-stahl, wie auch schwere Geräte wie Tunnelbohrmaschinen, Betonzentralen und Kieswerke.
Beim Bau mussten enorme bau- und bahntechnische Herausforderungen gemeistert werden. Darunter fallen Faktoren wie Witterungseinflüsse, die exponierte Gebirgslage oder die ungewohnte Grösse bzw. das grosse Gewicht von Bauteilen und Seilen. Beispielsweise musste die Bergstation mit zehn Ankern von 40 m Länge und je 170 Tonnen Zugkraft im Fels verankert werden.
Die Bauseilbahn 2, welche das Ochsenstäfeli beim Stausee Limmernboden mit der Baustelle Muttsee verbindet, wird derzeit fertig gestellt. Sie soll im Mai 2010 in Betrieb genommen werden.Die beiden Bauseilbahnen sind ein zentrales Element der Bauinfrastruktur: Bis zur Inbetriebnahme der Standseilbahn im geplanten Zugangsstollen von Tierfehd in die künftige unterirdische Kavernenzentrale auf rund 1700 m.ü.M. sind die Hochgebirgsbaustellen einzig über die Bauseilbahnen erschlossen.
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| Medienmitteilung Axpo Hydroenergie, 23.03.2010 | 24 kB | |



