Axpo setzt sich weiter für Transparenz bei der Brennstoffherstellung ein
19.11.2010 - Axpo setzt sich weiter für grösstmögliche Transparenz in der Lieferkette von Brennelementen für die Schweizer Kernkraftwerke Beznau und Leibstadt ein. Zur Frage, ob die Wiederaufbereitung von Kernbrennstoff bei russischen Lieferanten nach internationalen Qualitäts- und Sicherheitsstandards erfolge, hat sie weitere Abklärungen bei ihren direkten Lieferanten und Unterlieferanten in Russland und mit internationalen Experten getätigt und sich Klarheit über die vollständige Lieferkette verschafft.
Aus ihrer Selbstverpflichtung zu Nachhaltigkeit und Transparenz lässt Axpo seit längerem abklären, wo und unter welchen Produktionsbedingungen das von ihr bezogene Uran für das Kernkraftwerk Beznau (KKB) aufbereitet wird. Hierzu sind umfangreiche Aktivitäten im Gang. So traf eine Axpo Delegation Anfang November mit Areva erneut vor Ort bei MSZ Elektrostal Abklärungen zu der heutigen Lieferkette und die Gespräche mit internationalen Experten wurden fortgeführt.
Erhebliche Schäden für Mensch und Umwelt
Nebst Mayak wurde auch die Anlage in Seversk als Bestandteil der Uran-Lieferkette bestätigt. Es ist bekannt, dass in Mayak in der Vergangenheit Mensch und Umwelt grossen Belastungen an Radioaktivität ausgesetzt wurden. Eine erste Freisetzung von flüssigen Betriebsabfällen fand in einem längeren Zeitraum zwischen 1949 und 1956 statt, eine zweite 1957 infolge Explosion eines Lagertanks mit hochaktiver Abfallflüssigkeit und eine dritte 1967, als infolge einer Dürreperiode freigelegte radioaktive Sedimente des Karatschay-Sees freigelegt wurden. Auch in Seversk wurden speziell in den 60er-, aber auch in den 90er-Jahren übermässige Belastungen für die Umwelt registriert. Diese Vorfälle hatten Schäden zur Folge, unter denen die Natur und die Bevölkerung zum Teil heute noch leiden.
Die Vorfälle bei Mayak ereigneten sich grösstenteils unter dem damaligen sowjetischen Militärregime. Gemäss den bis jetzt erhältlichen Informationen werden heute grösste Bestrebungen zur Erfüllung internationaler Standards unternommen. So publiziert die russische Atombehörde Rosatom einen Umweltbericht für Mayak. Gemäss Angaben von Rosatom, der Besitzerin von Mayak, produziert diese Anlage heute nach internationalen Richtlinien. Es werden beispielsweise Grenzwerte und tatsächliche Emissionen detailliert aufgezeigt und flüssige hochaktive Abfälle nach Stand der Technik verglast. Gemäss dem Umweltbericht 2008 gibt es Hinweise, dass die Behandlung flüssiger schwach- und mittelaktiver Abfälle derzeit noch nicht den internationalen Standards entspricht, da diese Abfälle teilweise direkt in künstliche Gewässersysteme eingeleitet werden.
Heute verfügen die Zulieferer unseres Vertragspartners Areva über anerkannte Zertifizierungen: MSZ Elektrostal über ISO 14001, Mayak über ein russisches Äquivalent zu ISO 9001, Seversk über ISO 9001. ISO 14001 verpflichtet zur Überwachung der Umweltleistungen und Praktiken von Vertragspartnern und Zulieferern. Auch hat sich Russland im Rahmen der Joint Convention der Internationalen Atomenergieagentur IAEA zur Einhaltung internationaler Standards verpflichtet.
Lieferverträge für KKW Beznau und KKW Leibstadt
Derzeit laufen zwei Brennelement-Lieferverträge für das KKW Beznau:
- Der Liefervertrag 2003 mit Areva: Fertigstellung der Brennelemente in Elektrostal, Anlieferung von wiederaufbereitetem Uran aus Sellafield, Lieferung bis 2009, alle Brennelemente sind geliefert und im Einsatz.
- Der Liefervertrag 2005 mit Areva: Fertigung der Brennelemente in Elektrostal, ohne zusätzliche Lieferung von wiederaufbereitetem Uran aus dem KKW Beznau, Lieferung bis 2020.
Das KKW Leibstadt verfügt über einen Liefervertrag für Uran mit der russischen Tenex. Der Vertrag wurde 2009 abgeschlossen, die Lieferung des Urans, das zur Brennelementfertigung bei Westinghouse in Schweden verwendet wird, erfolgt 2011 bis 2025.
Nächste Schritte
Gemäss den Axpo vorliegenden Informationen wird in Mayak und Seversk heute mehrheitlich, aber noch nicht in allen Belangen nach internationalen Standards produziert. Es sind entsprechende Sanierungsmassnahmen im Gang, welche die Beseitigung von Altlasten, die Modernisierung der Fertigung und die Erhöhung der Sicherheitsstandards umfassen.
Axpo fordert von ihren Lieferanten und deren Zulieferern die Einhaltung der ISO-Zertifizierung 9001 oder 14001 oder vergleichbarer Standards.
Die nächsten von Axpo geplanten Schritte sind:
- Weitere Treffen mit Vertretern von Greenpeace
- Übermittlung eines umfangreichen Fragenkatalog zur Uran-Aufbereitung.an Rosatom
- Gespräche mit der russischen Atomagentur Rosatom
- Besichtigung der Anlagen in Mayak und Seversk
Axpo wird die Öffentlichkeit weiterhin laufend über neue Erkenntnisse im Abklärungsprozess informieren.
Weitere Auskünfte:
Axpo Holding AG | Corporate Communications
Media Hotline | 0800 44 11 00
| Medienmitteilung Axpo Holding AG, 19.November 2010 | ||
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| Präsentation "Herkunft Brennelemente" | 1 MB | |

