Nachhaltigkeit
Die Bedeutung von neuen Energien nimmt zu.
Rund 3 Milliarden Franken wird Axpo bis 2030 in erneuerbare Energien investieren. Diese Investitionen umfassen in der Schweiz vor allem Biomasse, Kleinwasserkraft und längerfristig auch Geothermie. Mit diesen Energiequellen soll wertvolle Bandenergie erzeugt werden. Axpo übernimmt damit Verantwortung und unterstützt das Ziel des Bundes, den Anteil der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien in der Schweiz zu erhöhen. Axpo will bei der Produktion der erneuerbaren Energien den gleich hohen Marktanteil wie bei der Versorgungsenergie erreichen, nämlich ca. 40 Prozent. Mit dem Axpo Naturstrom Fonds sowie über «Swisselectric Research» unterstützt Axpo schon heute Forschungsvorhaben im Bereich der erneuerbaren Energien.
Unbeschränkt verfügbar, selten genutzt
Strom kann mit verschiedenen Technologien erzeugt werden. Jede Technologie wandelt jeweils die Energie aus einem Primärträger (Öl, Uran, Gas, Wind, Sonne usw.) in die Sekundärenergie Strom um.
Bei den meisten Grosstechnologien ist der Primärenergieträger nur begrenzt in der Natur vorhanden (zum Beispiel Uran und Gas). Bei erneuerbaren Energieträgern wie Wind und Sonne ist die Ressource dagegen unbegrenzt verfügbar, oder sie wächst – wie bei der Biomasse – in für den Menschen fassbaren Zeitperioden nach. Unter «Neuen Energien» werden all jene erneuerbaren Energieträger zusammengefasst, die erst seit ein paar Jahren zur kommerziellen Stromerzeugung genutzt werden: Kleinwasserkraft, feste und flüssige Biomasse, Biogas, Geothermie, Wind und Sonne.
Erkanntes Potenzial, mögliche Einschränkungen
Das theoretische Potenzial der Stromproduktion aus neuen Energien beträgt in der Schweiz langfristig (ab 2050) ohne Geothermie maximal 20 Terawattstunden jährlich (TWh/a), das entspricht 20 Milliarden Kilowattstunden (kWh). Mit der noch nicht gesicherten Technologie der Geothermie läge das theoretische Potenzial ab 2050 sogar bei 38 TWh/a. Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass keine Einschränkungen durch Landschaftsschutz, Baubewilligungsverfahren oder andere ausserordentliche Kosten anfallen würden.
Heute ist der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion noch sehr gering. So wurden im Jahr 2006 mit 0,12 TWh nur gerade 0,2 Prozent des Schweizer Stroms mit erneuerbaren Energien produziert. Zum Vergleich: Das Ziel des Bundes beträgt 5,4 TWh/a bis 2030. Dies entspricht 6 Prozent des für dann prognostizierten Stromverbrauchs – ein ebenfalls ambitiöses, aber erreichbares Ziel.
Potenzialanalyse der erneuerbaren Energien
Eine Potenzialanalyse zeigt: Der Grossteil, d.h. 45 Prozent des theoretischen Potenzials zur Stromproduktion aus erneuerbaren Energien in der Schweiz steckt in der Geothermie. Diese Produktionsmöglichkeit befindet sich heute noch in der Entwicklungsphase. Ihre Leistung und ihre Risiken lassen sich deshalb nur schwer abschätzen.
Dazu kommt, dass Windkraftwerke und Photovoltaikanlagen je nach Wetter und Tageszeit sehr unterschiedliche Mengen an Strom produzieren. Sie können deshalb keine ständig fliessende Bandenergie liefern. Für eine stetige Stromversorgung müssen deshalb Ersatzkraftwerke gebaut werden. Diese erzeugen bei Windstille, Dunkelheit oder bedecktem Himmel den fehlenden Strom.
Die Kapazität und Qualität der erneuerbaren Energien ist also limitiert. Zudem sind die Produktionskosten hoch. Axpo rechnet bis 2030 deshalb mit einem Anteil der neuen Energien von maximal 5,4 TWh/a. Dies entspricht 6 Prozent des künftigen Stromverbrauches der Schweiz. Mit anderen Worten: Selbst wenn sich ihr Anteil an der Stromproduktion vervielfacht, können die erneuerbaren Energien alleine die sich abzeichnende Stromlücke bei Weitem nicht schliessen.
Kritikpunkte: Fehlendes Engagement, wenig Fördermittel
Die Stromproduzenten der Schweiz – und damit Axpo als grösste Exponentin – stehen in der Kritik, nicht genügend in die Technologien der erneuerbaren Energien zu investieren. Während grosse Geldmengen für den Bau neuer Grosskraftwerke für Kernenergie und Grosswasserkraft zur Verfügung stünden, werde die Entwicklung der neuen Energien nur langsam vorangetrieben. Im Gegensatz zu Ländern wie Deutschland oder Dänemark verzichte Axpo weitgehend auf die Nutzung von Wind- und Sonnenenergie in der Schweiz. Auch die fehlende oder ungenügende staatliche Förderung von erneuerbaren Energien wird moniert. Solche Fördermechanismen sind in den meisten Fällen notwendig, um Strom aus erneuerbaren Energien rentabel zu produzieren.
Standpunkt: Angepeilte Marktführerschaft, ausgewogener Strommix
Axpo glaubt an die langfristige Zukunft der erneuerbaren Energien. Deshalb will sich Axpo in diesem Bereich mit einem Marktanteil von ca. 40 Prozent in der Schweiz als Marktführerin etablieren. Als Beitrag zur Sicherung der Stromversorgung setzt Axpo auf einen ausgewogenen Strommix – also auch stark auf erneuerbare Energien. In den nächsten Jahren strebt Axpo einen massiven Zubau der entsprechenden Kapazitäten im In- und Ausland an. Die Aktivitäten orientieren sich an wirtschaftlichen Grundsätzen. Der Fokus liegt in der Schweiz auf der Produktion von Bandenergie, vor allem aus Kleinwasserkraft und Biomasse, längerfristig auch auf Geothermie. Axpo sieht allein in der Schweiz Investitionen von rund 3 Milliarden Franken bis 2030 vor.

